Nach einer kleinen Pause um die wunderbare Ballonfahrt zu reflektieren, fahren wir Richtung Uchisar.
Unterwegs begeistert uns die Landschaft mit den vielen Feenkaminen.
Was ist eigentlich ein Feenkamin?
Feenkamine sind schornsteinförmige Häuser, in denen Feen leben …die manchmal den Menschen freundlich helfen oder auch diese mit in die Unterwelt nehmen.
Nein, natürlich nicht, aber ist es nicht ein wunderschöner Name für die geografische Formationen, die wir in Kappadokien in riesiger Zahl finden? Auf Türkisch heißen Feenkamine Peri Bacaları. Seltener werden sie auch Hoodoos genannt.
Ein geologischer Prozess, der vor Millionen von Jahren begann, führte zu den entstandenen Felsformationen. Durch den Ausbruch vieler Vulkane, darunter dem Erciyes, Hasan Dağ und Göllüdağ war das Gebiet von einer dicken Ascheschicht bedeckt, die sich später zu einem weichen Gestein verhärtete, das als Tuff bekannt ist. Die glatten Schichten, die durch die Lava und Asche entstanden verwandelten sich zunächst in Felsformationen, die etwa 14 Millionen von Jahren lang von Wind und Regen korrodiert wurden.
Die härtere Deckschicht über dem Tuff wurde von der Erosion angegriffen und teilweise abgetragen. War die Deckschicht erst einmal angegriffen und teilweise abgetragen, dann wurde auch der weiche Tuff erodiert. An Stellen, an denen die härtere Deckschicht erhalten blieb, war der darunter liegende Tuff geschützt und erodierte nicht. Die Erosion trug aber das benachbarte ungeschützte Gestein ab und es entstanden Gesteinsrippen und später frei stehende Türme. Diese Tufftürme sind die Feenkamine. Oft tragen sie einen Deckstein aus dem harten Material als "Mütze". Es gibt viele ganz verschiedene Formen.
Die Bildung setzt sich mit Wind und Regen immer weiter fort. Schade dass wir nicht in 1 Million Jahre nochmal gucken können, wie sich die Landschaft dann verändert hat.
Natürlich gibt es auch viele Legenden über die Feen in Kappadokien, eine davon füge ich hier ein:
In einem der Dörfer von Göreme lebte einst ein sehr fleißiger Bauer. Zu Beginn der Ernte wollte er in den Garten gehen, um zu ernten, aber er war so müde und hatte nur noch wenig Energie, dass er neben einem Feenkamin zusammenbrach. Er beweinte die Möglichkeit, dass Vögel seine Plantage und gleichzeitig eine Flut zerstören könnten.
Er war erschrocken, als er sah, wie eine große Anzahl von Feen mit Fackeln aus den Schornsteinen auftauchte. Feldfrüchte und Trauben wurden von Feen gepflückt, die sie dann in den Vorratsraum transportierten und vor Tagesanbruch verschwanden. Der ältere Mann glaubte, dass er träumte, aber in den folgenden Tagen halfen ihm die Feen weiter. Die Fülle auf dem Feld des alten Mannes erstaunte die Dorfbewohner, die sich wunderten, was es bedeutete. Der alte Mann starb eines Tages und bewahrte immer noch sein Geheimnis.
Da der Tuffsteinen weich ist, fanden auch die Menschen früh heraus, dass man Höhlen Wohnungen in den Stein graben konnte. Zu ihrer Sicherheit und Schutz richteten sie diese Wohnungen unterirdisch ein oder auch in Bergen. Und den Burgberg von Uchisar wollen wir heute erklimmen.
Der Burgberg von Uchisar ist von Gängen und Räumen durchzogen, man hat aber außen sehr gute Wege und Treppen geschaffen, so dass auch unsereins den Aufstieg zur 60 m hohen Spitze schaffen kann.
Man könnte meinen, wir hätten für heute genug erlebt, aber es folgt noch das Liebestal, die drei Schönen, Mustafapasha und ein wunderbares Abendessen.....
Fortsetzung folgt....
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