Heute müssen wir früh aufstehen, um rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Wir fliegen von Antalya nach Kappadokien/Das Land der schönen Pferde. Kappadokien besteht aus den Provinzen : Kayseri, Nigde, Kirsehir, Aksaray und Nevsehir /Neustart. Wir landen in Kayseri und halten uns dann in der Provinz Nevşehir auf.
Ein bisschen zittern wir, ob der Typ von der Autovermietung pünktlich kommt... Wir müssen ja auch Gepäck aufgeben und haben keine Ahnung wo die domestic flights abgehen. Aber alle Anspannung ist überflüssig, alles klappt und wir haben noch viel Zeit bis zum Abflug.
Der Flug nach Kayseri dauert nur eine gute Stunde und ist richtig schön.
Ich liebe diese Inlandsflüge, bei denen man die ganze Zeit die Landschaft sehr kann. Angekommen übernehmen wir - schnell kann man hier nicht sagen-unser Auto. Udo lässt sich zu einem kleinen Aufschlag überreden und gönnt sich einen SUV. Da macht das Fahren mehr Spaß! Aus der riesigen Stadt Kayseri, hier wird weiter gebaut noch und noch, fahren wir zunächst Richtung Avanos.
Kurz vor Avanos, ist die Gelbe Karawanserei/Sarı Han, ein wunderschönes Gebäude aus gelbem Stein, das im Jahr 1249 erbaut wurde. Ab 1991 wurde es renoviert und restauriert.
Während des 12. und 13. Jahrhunderts ließen die seldschukischen Sultane, die über die zentralen Regionen Kleinasiens herrschten, zahlreiche Karawansereien entlang der Seidenstraße und anderer wichtiger Handelsrouten bauen. Damit sollten Händler entschädigt werden, die entlang dieser Wege oft überfallen und beraubt wurden.Die Karawansereien standen allen reisenden Händlern offen und boten kostenlose Verpflegung und Getränke für die ersten drei Tage ihres Aufenthalts sowie medizinische Versorgung und Hilfe bei Packtieren. Jede Karawanserei hatte einen Wirt, der Unterkunftsdienste bereitstellte, einen Arzt, der sich um medizinische Notfälle kümmerte, einen Tierarzt, der sich um alle tierbezogenen Angelegenheiten kümmerte, sowie Köche und Imame, die für Nahrung und spirituelle Führung sorgten.
Die kappadokischen Karawansereien wurden aus Vulkangestein gebaut und mit hohen Mauern entworfen, um die Reisenden während ihrer Reise entlangder Seidenstraße vor Räubern zu schützen. Die seldschukischen Steinskulpturen der Türumrahmungen sind ein bemerkenswertes Beispiel für architektonische Kunstfertigkeit aus dieser Zeit.
Die eisernen Türen dieser Karawansereien sollten die Reisenden auch vor äußeren Bedrohungen wie Dieben und Gesetzlosen schützen.Die Sarıhan-Karawanserei bietet eine einzigartige Eigenschaft im Vergleich zu anderen Gebäuden dieser Art, mit einer kleinen Moschee über dem Haupteingang anstelle im Zentrum des Innenhofs. Das Gebäude erstreckt sich über eine weite Fläche von 2000 Quadratmetern mit sechs offenen Räumen, die von gewölbten Bögen im Zentrum des Innenhofs überdacht sind. Auf der rechten Seite können Besucherinnen und Besucher überdachte Räume mit kunstvoll geschnitzten Portalen erkunden.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs befindet sich ein weiteres Portal, das zu einem großen Raum mit einer Kuppel und gedämpfter Beleuchtung führt. Dieser Raum dient als Veranstaltungsort für Sema-Vorführungen der wirbelnden Derwische.
Weiter geht es nach Avanos/Venessa (ca.14000 EW). Avanos hieß in der Antike Venessa und war schon unter den Hethitern ein Töpferzentrum und ist es bis heute. Hier sind noch über 100 Töpfereien ansässig. Die rote Töpfererde und der Schlamm werden vom Roten Fluss / Kizilirmak, dem länsten Fluss der Türkei angeschwemmt. Ich hatte irgendwo gelesen, nach Avanos braucht man nicht, aber uns hat es sehr gut gefallen. Eine Töpferei neben der anderen, die meisten sind in Höhlen und bieten auch einen kleinen Töpferkurs an. Wir schauen uns eine an und sind begeistert, hier könnte ich einkaufen ohne Ende. Ein junger Verkäufer, der besser Deutsch spricht als wir, erklärt uns Interessantes über die hethitische Malerei und die Funktion einiger Dinge.
Das Dorf Cavusin hat nicht einmal tausend Einwohnern. Es liegt zu Füßen einer eingestürzten Felswand, welche 1963 nachgab, die größte und älteste Kirche von Çavuşin ( Die Täuferkirche/Johanneskirche ) mit sich riss und mehreren Menschen den Tod brachte.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen