Wir haben ja heute schon soviel erlebt, aber einen Programmpunkt habe ich noch: Das Dorf Mustafapasa war früher als Sinasos bekannt, was "die Stadt der Sonne" bedeutet.
Vor dem Bevölkerungsaustausch war die Bevölkerung hier mehrheitlich griechisch-orthodox (und wurde als Rum bezeichnet). Diese war zu beachtlichem Wohlstand gekommen, durch Kaviarhandel mit Russland für den sie ein Monopol besaß. Der Ort besaß damals die stattliche Zahl von 40 Kirchen. Vor dem Bevölkerungsaustausch lebten hier 600 orthodoxe, aber oftmals türkischsprachige (Karamanlı) Familien und etwa 150 türkisch-muslimische Familien. Ihre kunstvoll verzierten Steinhäuser können wir noch heute bestaunen. Nach dem Bevölkerungsaustausch von 1923 (orthodoxe Griechen, wurden aus der Türkei vertrieben und Muslime, mussten aus Griechenland in die Türkei, damit einheitliche Staaten entstanden) kamen Türken aus Griechenland hierher. Vor dem Bevölkerungsaustausch wohnten in Sinasos mehr als 5.000 Menschen. Nach dem Austausch wurde das Dorf jedoch verlassen, und nur etwa 1.700 neue Bewohner kamen an. Als Folge davon wurden die meisten Häuser aufgegeben und Jahrzehnte lang den Elementen überlassen. Trotz seines Niedergangs kann das Dorf immer noch mit drei prächtigen Kirchen und vielen schönen Steinhäuser aufwarten, die aus der wohlhabenden griechischen Zeit des Ortes stammen
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